Mein erster Beitrag und gleich geht es los mit meinem Lieblingsthema Segmentierung von Besuchern auf der Grundlage von verschiedenen Eigenschaften. Seit der Einführung von Segmenten bei Google Analytics, haben wir ein starkes Werkezeug in die Hand bekommen. Es ist nicht mehr erforderlich Profile anzulegen um verschiedene Auswertungen vorzunehmen, es reicht schnell einen, oder mehrere Segmente zu erstellen, um eine detaillierte Analyse der Daten zu machen.
Wie es die meisten sicherlich schon kennen, gibt es beim klassischen Marketing vier Segmentierungskriterien. Ich werde mich hier mit den Demographischen Merkmalen der Zielgruppe beschäftigen. Dazu gehören folgende Merkmale wie z.B. Familienstand, Einkommen, Ausbildung, Nationalität und vieles mehr. Die Vorteile der Segmentierung auf der Basis von Demographischen Merkmalen liegen darin, dass diese Daten sehr leicht zu bekommen sind, darüber hinaus lässt sich dadurch die Größe des Segments abschätzen. Somit stellt man sofort die Attraktivität eines Segmentes fest und kann weitere Schritte bei der Erreichung der Zielgruppe planen.
Es gibt verschiedene Arten Segmente zu erstellen, besonders bei Web Analytics Tools gibt es zahlreiche Segmentierungsmöglichkeit. Eine interessante Methode die ich vor kurzem entdeckt habe, beschäftigt sich mit der Segmentierung auf der Basis von Netzwerkeigenschaften. Bis vor kurzem habe ich diese Möglichkeit schlicht weg ignoriert, da man einfach von der Flut der Daten überrollt wird. Doch genau bei dieser Methode bekommt viele interessante Einblicke in das Kundenverhalten bzw. in das Verhalten eines Segmentes.
1) Auswahl des Segmentes und Google Analytics Navigation

Screenshot 1.0
Unter Besucher –Netzwerkeigenschaften – Provider der Besucher, das ganze ist nochmal auf dem Screenshot 1.0 abgebildet. Übrigens empfehle ich es jedem sein Google Analytics Account auf die englische Sprache umzustellen, da es viel einfacher ist und die meiste Literatur fast ausschließlich nur in englischer Sprache zu finden ist. In deutscher Sprache würde ich das Google Analytics Buch von
Timo Aden
Screenshot 1.1
und in englischer Sprache das Buch von
Brian Clifton empfehlen. Beide Autoren beschreiben in sehr einfacher und verständlicher Weise die wichtigsten Funktionen von Google Analytics.
Nun sind wir bei den Netzwerkeigenschaften angekommen und so sieht es dann wie beim Screenshot 1.1 abgebildet in etwa aus. Jede Menge Provider der Besucher, von der Deutsche Telekom AG bis zu Kabel Baden-Württemberg GmbH & Co. Kg.

Screenshot 1.2
Auf den ersten Blick ist nichts Interessantes zu finden, doch beim genauen hinsehen sind einige interessante Informationen zu sehen. Neben Ernst&Young Screenshot 1.2, sieht man Besucher aus der Eberhard-Karls-Universität und Fachhochschule Stuttgart. Somit haben wir eine neue Zielgruppe für unsere Webseite identifiziert. Natürlich sind die Daten mit Vorsicht zu genießen, da auch andere Faktoren bei den Auswertungen wichtige Rolle spielen können.
2) Erstellung von Segmenten

Screenshot 2.0
Bei diesem Beispiel nehmen wir an, dass wir nur die Besucher aus der Universitäten und Hochschulen in Betracht ziehen. Um ein genaues Volumen zu bekommen, eignet sich die Möglichkeit ein neues Segment zu erstellen.
Dieses Segment nenne ich einfach „Students“ und füge folgende Eigenschaften wie es auf dem Screenshot 2.0 zusehen ist,
hinzu. Nun können wir ganz genau sehen

Screenshot 2.1
wie viele Zugriffe im Monat auf der Seite sind. Wobei man hier nochmal zwischen Absolut eindeutigen Besuchern und Zugriffen unterscheiden sollte.
Dabei kommt es auch drauf an wie die Conversion rate ausgerechnet wird bzw. auf der Grundlage von welchen Daten, da manchen z.B. dafür die Absolut eindeutige Besucher nehmen und nicht wie es bei Google Analytics (Abgeschlossene Ziele * 100 / Zugriffe) berechnet wird.

Screenshot 2.2
Nachdem wir die Zahlen haben, können wir dieses Segment gegen andere Segmente darstellen und analysieren. Wie ist die Absprungrate, die Besuchszeit auf der Seite, prozentualer Anteil von neuen Besuchern oder welchen Wert hat die Conversion rate im Vergleich zu anderen Segmenten der Webseite (Screenshot 2.1) und vieles mehr.
3) Demographische Merkmale bei der Werbung verwenden

Screenshot 3.0
Die gewonnen Daten können zusätzlich für die weiteren Werbemaßnahmen verwendet werden. Hier eignet sich die Werbeplattform Facebook, da man hier seine Zielgruppe nach verschiedenen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Ausbildung oder Beziehungsstatus frei definieren kann. Als erstes entwerfen wir passende Anzeige die in etwa dann so aussieht wie es auf dem Screenshot 3.0 abgebildet ist, danach wählen wir die

Screenshot 3.1
Demographischen Merkmale welche zu unserer Zielgruppe passen siehe Screenshot 3.1.
Diese Vorgehensweise wird auch als Targeting bezeichnet, beim klassischen Marketing geht man wie folgt vor: 1) Segmentierung 2) Targeting 3)Positionierung. Hier haben wir bereits die ersten zwei Schritte abgedeckt, auf die Positionierung werde ich hier nicht weiter eingehen. Dies und vieles mehr werde ich den nächsten Tagen ausführlich erklären und mit passenden Beispielen aus der Web Analytics Welt untermalen. Über Feedback zu meinem ersten Beitrag würde ich mich sehr freuen.